Gesamtansicht des Senders Mühlacker

Das AUS für den Sender Mühlacker


Die Senderstadt ohne Mittelwelle

Der Mittelwellensender Mühlacker auf 576 kHz wurde am 8. Januar 2012 um 23:00 Uhr endgültig abgeschaltet.

Kurz vor dem Aus kamen noch Ausschnitte aus der Sendung SWR1 Leute und dann ein tristes Instrumentalstück.

Hier geht es zur Aufnahme von der letzten Ansage

Kein einziges Wort zur Abschaltung der Mittelwelle! Kein Wort des Dankes und des Abschieds an die treuen Mittelwellenhörer.

Hier geht es zur Aufnahme vom Abschaltzeitpunkt

Eine Aufnahme mit
Spektrogramm in YouTube

Das war alles andere als ein ehrenhafter Abgang!


Die Hörer von SWR-Cont.ra sind sehr enttäuscht und verärgert, ja auch traurig!

Ich möchte mich an dieser Stelle öffentlich bei den Mitarbeitern des Senders Mühlacker herzlich für ihr Engagement bedanken!

Die Techniker sorgten stets für eine sehr hohe Verfügbarkeit der Mittelwelle und haben die Anlagen liebevoll gepflegt.

Beim SWR möchte ich mich ausdrücklich nicht bedanken.

Ich werde auch das neue Programm SWR-Info nicht hören und stattdessen zum Deutschlandfunk wechseln :-(

Thomas Niebl aus Reichartshausen
Ehemaliger treuer Hörer des SWR-Mittelwellenprogramms und Fan des Senders Mühlacker

Aufgenommen von Uli Siegerist aus Mühlacker

Kontakt für Fragen und Anregungen



Rückschau


Hier meine eMail an den SWR vom 03.01.2011

Sehr geehrtes SWR contra-Team,

im Internet kam ich auf eine Seite wo geschrieben steht, dass Sie die Mittelwellensender des SWR Ende diese Jahres endgültig abschalten wollen.

Zum Beispiel diese Quelle (betrifft Sender in Mühlacker):
http://www.muehlacker-news.de/nachrichten/muehlacker_artikel,-Das-Aus-fuer-Muehlackers-Mittelwelle-Aera-geht-zu-Ende-_arid,238008.html

Auf der Homepage des SWR war zu diesem Thema aber nichts dergleichen zu finden.

Ich bitte um Ihre Stellungnahme.

Mit freundlichem Gruß!

Thomas Niebl

Antwort vom SWR am 05.01.2011:

Sehr geehrter Herr Niebl,

vielen Dank für Ihre Mail. Sie bitten darin um eine Stellungnahme zu
Berichten, nach denen die Mittelwellensender des SWR Ende 2011 abgeschaltet
werden.

Tatsächlich hat der SWR beschlossen, dass die analoge
Mittelwellenübertragung Ende 2011 endet. Er tut dies, weil die Mittelwelle
eine veraltete Technologie mit schlechter Tonqualität ist. Gleichzeitig ist
sie eine teure Technologie, die von immer weniger Menschen genutzt wird.
Andere Rundfunkanstalten haben die Mittelwellensender bereits abgeschaltet
- der RBB bereits Ende 2005, der HR Ende 2009 und Radio Bremen im April
2010.

Es wird aber weiter alternative Möglichkeiten geben, das Informationsradio
SWR cont.ra zu empfangen. Nachdem seit 15. Dezember 2010 alle
Voraussetzungen für die Mittelfreigabe für Digitalradio (DAB plus) durch
die KEF erfüllt sind, sind wir zuversichtlich, dass ein
digital-terrestrisches Sendernetz etabliert werden kann, um eine
flächendeckende Verbreitung auch von SWR cont.ra möglich zu machen. Das
heißt, wir sind dann weiterhin über Digitalradio, Internet, Satellit und
digitales Kabel zu empfangen.

Ich wünsche Ihnen weiter viele interessante Höreindrücke mit SWR cont.ra!

Möglicherweise haben auch andere Hörer diese obige Antwort des SWRs erhalten.

Meine Antwort an den SWR vom 10.01.2011:

...
vielen Dank für Ihre Stellungnahme!

Es mag sein dass die Mittelwelle nicht mehr modern ist und auch die Tonqualität nicht HIFi-Normen entspricht. Aber für ein "Wortprogramm", welches SWR cont.ra im wesentlichen ja ist, reicht dies doch völlig aus.

Dass der HR und Radio Bremen ihre Mittelwelle in 2010 aufgegeben haben ist mir bekannt.

Dazu ist zu sagen, dass diese Mittelwellensender Programme ausstrahlten, die es parallel auch auf UKW gab.

Insofern kann diese Entscheidung auch nachvollzogen werden.

Bei SWR cont.ra liegen die Dinge etwas anders: Das Programm wird ja überwiegend über Mittelwelle verbreitet, nur in Stuttgart ist ein schwacher, nur dort zu hörender UKW-Sender in Betrieb.

Ich höre Ihr Programm auch nur über Mittelwelle, und zwar deshalb, weil dies ein sehr einfacher Weg ist. Über SAT oder Internet ist es schwierig, weil dies z.B. unterwegs nicht möglich ist.

Zu  DAB+ möchte ich folgendes bemerken:

DAB sollte sich doch längst etabliert haben nachdem es schon 1995 vorgestellt wurde. Hunderte Millionen von Euro sind bis heute investiert worden.

Alle Digitalradios waren bisher offensichtlich -in Sand gesetztes Kapital-. Ich kenne wirklich niemand, der so einen Empfänger hat.

Hören Sie sich doch mal in der Hörerschaft um! Wären die Hörer denn wirklich bereit, sich wegen einem "einzigen Programm" einen extra Empfänger zu kaufen???

Sie verbreiten das Programm auch über das Internet. Aber ist Radio denn wirklich noch "RADIO" wenn man es überwiegend über das Internet hören soll?
Es ist aber begrüßenswert, dass man über das Internet Sendungen nachhören, bzw. weitergehende Infos bekommen kann ... dies nutze ich gelegentlich auch.

Ihre Entscheidung sehe ich aber als gefährlich, weil Sie damit das Risiko eingehen, dass gar niemand mehr das Programm SWR cont.ra hören wird.

Im Falle der Abschaltung der Mittelwelle bin ich sogar fest davon überzeugt, dass der SWR das Programm SWR cont.ra früher oder später aufgeben wird, weil es niemand hört! Ich glaube nicht, dass sich DAB kurzfristig durchsetzen wird. Solange es UKW gibt ohne hin nicht. So etwas dauert seine Zeit. Denken Sie an die vielen Millionen Empfangsgeräte, die sowohl einen UKW als auch einen Mittelwellenbereich haben!

Die SWR-Mittelwelle hat eine enorme Reichweite, das sollten Sie nicht unterschätzen!
Weit über die Grenzen von Deutschland hinaus ist Ihr Programm zu hören. Ich habe Sie schon in Paris, Prag, Schweden und Italien recht gut empfangen können. Insofern ist Ihr Programm auch eine wichtige und sehr leicht zu empfangene Informationsquelle aus dem SWR-Sendegebiet.

Mein Vorschlag, oder besser gesagt meine dringliche Bitte:

Schalten Sie die traditionelle Mittelwelle nicht schon 2011 ab!

Warten Sie zumindest ab, wie der neue Verbreitungsweg von den Hörern angenommen wird. Erst nach einer Etablierung von DAB wäre die MW-Abschaltung denkbar.

Insofern hoffe ich darauf, dass Sie diese Mail an die entsprechende Abteilung weiterleiten und man sich dort die Sache noch einmal in Ruhe überlegt.

Und noch etwas: Um das Programm
SWR cont.ra zu kennen, sollte der SWR seinen Hörern dies auch in anderen SWR-Programmen besser bekannt machen und dabei auch -wie vor einiger Zeit- auf die Mittelwelle verweisen (und nicht immer nur auf das Internet).

Mit freundlichen Grüßen!

Thomas Niebl

Auf diese Mail kam keine Antwort.


Eine weitere Mail von mir an den SWR am 09.02.2011:

...

bisher haben Sie zu meinen Ausführungen vom 10.01.2011 (siehe Text unten) keine weitere Stellung mehr bezogen.

Ich möchte es Ihnen hier noch einmal mit aller Deutlichkeit sagen:

Das AUS der Mittelwelle ist auch das AUS für SWR cont.ra!

Sie müssen daher selbst, im eigenen Haus, dafür kämpfen, dass man Ihnen nicht den Boden unter den Füßen weg zieht!

Die SWR-Mittelwelle muss unbedingt bleiben!!!

Die Herren in Ihrer Chefetage müssen erst einmal beweisen, dass DAB ein Erfolg wird.

Denken Sie auch an Ihren Versorgungsauftrag, also Ihre Pflicht als öffentlich rechtlicher Sender auch ausstrahlen zu müssen.

Ansonsten verlieren Sie an Glaubwürdigkeit! Und das wäre fatal für unsere ganze Medienlandschaft!

Mit freundlichen Grüßen!

Thomas Niebl

Auf diese etwas barscher formulierte Mail erwartete ich ohnehin keine Antwort.

Es mag ja sein, dass die Mittelwellenversorgung nicht modern ist, aber trotzdem hätte man auch das neue Programm SWR-Info ruhig noch mindestens ein Jahr parallel zu DAB auf Mittelwelle ausstrahlen können. Wieder versäumt man es, den Hörer grundlegend über die DAB-Einführung zu informieren.
Zumindest habe ich auf SWR contra bisher viel zu wenig über die Einführung des Programms SWR-Info und die Beschaffung neuer DAB-Empfänger gehört.

Auch ich gehe davon aus, dass das neue Programm SWR-Info die längste Zeit ins "Leere sendet" und noch viel weniger Anhänger als die Mittelwellenhörer haben wird. Im Grunde genommen gibt es sowieso viel zu viele Radioprogramme. Durch DAB werden es sicherlich noch mehr werden.

Noch einmal: Es ist so sehr schade, dass der SWR sich von der Mittelwelle, so einfach für jedermann zu empfangen, endgültig trennt!

Schade, schade schade!

Alle treuen SWR - Mittelwellen Hörer sind sehr traurig!

Hörfunk-Chefredakteur Athur Landwehr hat sich heute, am 04.01.2012 (4 Tage vor dem AUS) erstmals zur Abschaltung der Mittelwelle im Radio geäußert. Die Sendung kann auf der Seite vom SWRInfo nachgehört werden: http://www.swr.de/swrinfo/-/id=7612/2s5n3v/index.html





Link auf die Sendung zum Thema in SWR2 /SWR contra:

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/der-mittelwellensender-muehlacker/-/id=660374/sdpgid=614412/nid=660374/did=8837808/1lzt79q/index.html

Link auf SWR contra zur Abschaltung der Mittelwelle:
http://www.swr.de/contra/swrinfo-digitalradio-dab/-/id=7612/nid=7612/did=8939428/mpdid=8941282/olgwj/index.html

Link auf die Seite vom Mühlacker Tagblatt
http://www.muehlacker.de/mt/articles/910MT34b344fe-a17a-4a33-8d62-c1f27265ce72.xml


Link auf ein von "sendertcity.de" gedrehten Video, vom Tag der Abschaltung:
http://vimeo.com/34847634




Sender Mühlacker
(Stand 10.01.2003)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Gesamtansicht des Senders Mühlacker

Sonderseite vom Badenradio Karlsruhe (SWR)

Chronik des Senders

Sender Schwerin wiederbelebt: Chaotische Empfangsverhältnisse auch nach der "Wende"!
 
 
Der Mittelwellen-Sender Mühlacker heute

Der Mittelwellensender Mühlacker arbeitet nun schon seit über 70 Jahren. Wie das eben so ist, hat sich das Programm natürlich sehr gewandelt. Die längste Zeit wurde hier Radio Stuttgart, Südfunk 1 (SDR1), später das "Herz des Südens" genannt ausgestrahlt. Seit der Fusion mit dem Südwestfunk 1998 zum Südwestrundfunk (SWR) wurde hier das Programm SWR1-Baden-Württemberg, und seit dem 1.07.2002 ein Informationsprogramm (SWR Cont.Ra) ausgestrahlt. Der Sender Mühlacker strahlt auch das Programm SWR-International, in deutscher Sprache aus. Das Programm für ausländische Bewohner in ihrer eigenen Sprache wird seit dem 01.01.2003 nicht mehr übertragen, da SWR Cont.Ra nun bis 23:00 erweitert wurde. In wieweit sich die Hörer des "Ausländerprogramms" dadurch beeinträchtigt fühlen ist mir unbekannt und bleibt abzuwarten, da diese Zielgruppe meistens eine eigene Satellitenanlage nutzt um die Originalprogramme ihrer entsprechenden Landessprache zu hören/sehen. 

Über die Mittelwelle Mühlacker werden auch Bundestagsdebatten und andere Sondersendungen, wie z.B. die CMT (Stuttgart) live ausgestrahlt. 1996 wurde die Sendeleistung leider auf nur noch ca. 100 kW reduziert. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTp) hat dies aufgrund der Bebauung am Senderstandort wegen der ElektroMagnetischenVerträglichkeit durchgesetzt. Die Wohnsiedlung rückte immer näher an den Sender heran, so dass aus Imissionsschutzgründen die Leistung gedrosselt werden musste. (Ob der Sender wohl eine reelle Gefahr für Personen mit einem Herzschrittmacher ist?) Durch die Leistungsreduzierung sind auch die Betriebskosten gesunken, obwohl das die Kasse des SWR`s sicherlich nicht bedeutend bereichert. Mit seiner dynamischen Amplitudenmodulation spart die 1997 durch einen Transistorsender (von Nautel) ersetzte Anlage noch einmal bis zu 25%.  Leider ist mit der Reduzierung der Sendeleistung auch die Reichweite des Senders Mühlacker stark eingeschränkt worden. Immerhin kann man tagsüber, aufgrund der günstigen Bodenwellenausbreitung auf dieser Frequenz den Sender bis über 300 km hinaus (z.B. weit nach Frankreich hinein) recht annehmbar empfangen. Nachts ist aber wegen der Gleichkanalsendern, die teilweise viel stärker einfallen, von Mühlacker auf 576 kHz nicht mehr viel übrig. Vorallen Dingen besteht -nach wie vor- das Problem mit dem ehemaligen DDR-Sender in Schwerin.

Wie sich die Zukunft des Mittelwellensenders Mühlacker weiterentwickelt bleibt abzuwarten. Nachdem heut` zu tage alles technisch machbare digitalisiert wird, kommt dies wohl eines Tages auch auf die Mittelwelle zu. Der SWR ist einer Digitalisierung nicht abgeneigt. Mit einem "normalen AM-Empfänger" ist dann aber nichts mehr zu empfangen als "Rauschen". Die Norm des neuen digitalen Standarts ist bereits festgelegt worden und ermöglicht eine Mono-Übertragung in nahezu UKW-Qualität. Nähere Informationen erhalten Sie hier!

Hauptmast für Mittelwelle

Bildergalerie
Der Fuß des Mittelwellenmasts
gigantischer Mastfuß mit keramischem Isolator gegen Erde
Ein Blick in den Fuß
die Bauteile stehen unter hochfrequenter Hochspannung
Der mächtige Hauptsendemast , über welchen die Mittelwelle 576 kHz ausgestrahlt wird, ist weit über Mühlacker hinaus sichtbar, (z.B. an der Autobahn A8). Ein kleinerer Mast dient als Ersatz. Er wurde 1978 für die Ausblendung in Richtung Leipzig benötigt. Im Fuß des Hauptmasts befinden sich eine Reihe interessanter Bauteile wie z.B. die Funkenstrecke für den Blitzschutz. Über ein Koaxialkabel geleitet gelangt die Hochfrequenz aus der Sender-Endstufe über den Isolator (im rechten Bild, links unten) über diverse Spulen und einem großen Schrank voller Kondensatoren zum Sendemast.
 
Neuer Mittelwellensender von Nautel (im Bild hinten)
Pflanzen machen Schaltschränke schöner
Bedienfeld und Einschübe des Nautel-Senders
Dieser Sender besteht aus modernster Modulartechnik
Der Nautel-Sender ist durch seine dynamische Amplitudenmodulation besonders stromsparend. Durch seine erhöhte Bandbreite von ± 7 kHz (an Stelle von ± 4,5 kHz) hat der Sender einen ausgezeichneten Klang.
 
Telefunken-Sender für Mittelwelle von 1982
Der gute, alte Röhrensender kann noch 300 kW!
Notstromaggregat von MWM
unabhängig vom Stromnetz mit eigenem Generator
Im Bild links ist der Telefunkensender zu sehen. Er arbeitet noch mit Röhren (27 Kilovolt Betriebsspannung) und wird nur noch als Ersatzsender benötigt. Das Notstromaggregat ist mit einem Turbo-Diesel der Fa. MWM ausgestattet und leistet ganze 500 Kilowatt. Interessant ist, dass die Hindernisbefeuerungen (Beleuchtungen) aller Masten alleine 12 Kilowatt Leistungsaufnahme haben.
 
Die UKW-Sender für SWR4
UKW/SWR4
Die UKW-Sender für Welle Fidelitas
UKW/Welle Fidelitas
In Mühlacker werden auf UKW nur noch das Programm SWR4 mit 10 Kilowatt und die Welle Fidelitas (Privatsender) mit 1 Kilowatt ausgestrahlt.
 
Der neue KW-Sender
Der RIZ ist wie ein Computer
Endstufenröhre für den Kurzwellensender
teuer und schwer ist diese Senderöhre
Der neue Kurzwellensender strahlt das Programm SWR3 mit einer Leistung von 20 Kilowatt aus.
 

Display des neuen KW-Senders
LCD-Anzeigefeld für vollen Durchblick aller Daten

Das Innenleben des alten KW-Senders
Alter KW-Sender dient als Ersatzsender
Der alte Kurzwellensender kann ebenfalls 20 Kilowatt leisten und wurde in Mühlacker selbst gebaut. Die Technik ist anschaulich aber braucht mehr Strom. Dieser Sender steht ebenfalls als Ersatzsender bereit.

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