Instandsetzung des Graetz Markgraf F101
Stand: 18.04.2011


Das Gerät ist bereits lauffähig!



Der Bericht
KW14-15/2011

Wie bei jedem Fernsehgerät habe ich auch beim Markgraf F101 zu aller erst die Bildröhre gemessen. Diese hatte mit über 400uA einen guten Wert.

Dann machte ich mich an die Reinigung. Das Innenleben war stark verstaubt. Viel Aufwand war das Polieren der Zierleisten. Den Feinabstimm-Knopf habe ich geklebt. Das Gehäuse musste an einer Querstrebe mit Holzleim geklebt werden.

Dann baute ich das Chassis und die Bedieneinheit aus. Auch den Kanalschalter und den Lautsprecher. Zur Reinigung der Lautsprechergitter baute ich diese ebenso aus.

Zu guter Letzt baute ich auch die Bildröhre aus. Nun konnte ich die Zierleisten nochmals besser polieren. Ich reinigte die Schutzscheibe und die Mattscheibe der Bildröhre gründlich, ebenso der Bereich rund um den Anodenanschluß der Bildröhre.

Chassis Graetz Markgraf F101
Bild Chassis Graetz Markgraf F101

Das Chassis wurde nun gründlich vom Staub befreit. In der Bedieneinheit war ein Kondensator zu tauschen. Das Lämpchen am Netzschalter war defekt und ich tauschte es aus.

Den Kanalschalter habe ich auch gründlich vom Staub befreit und die Kontakte gereinigt.

Als nächstes testete ich den Heizkreis, indem ich den Selengleichrichter abklemmte und die Bildröhrenheizung kurz schloss.
Außerdem zwickte ich alle Entstör-Kondensatoren einseitig ab. Diese befinden sich -wie bei den Graetz-Röhren-Fernsehern aus den späten 50er Jahren üblich- an der PL36 und der PY81 (C706,C707) und im Netzteil C701!

Nach dem "Hochfahren" mittels Regeltrafo glühten alle Röhren, die PL36 bekam rund 25 Volt, das war in Ordnung.
Das Lämpchen im Bedienteil brannte ebenso.

Schon bei der oberflächlichen Durchsicht aller Bauelemente war nicht zu übersehen, dass die Netzdrossel (BV80031) verbrannt war.

defekte Netzdrossel BV80031
Bild der defekten, durchgebrannten Netzdrossel BV80031

Sie hatte nur 4 Ohm, statt 53 Ohm.
Zum Glück hatte ich noch die gleiche Drossel in meinem Ersatzteileschrank.

Den "Dominit"-Becher-Elko habe ich hier durch zwei moderne und robuste "SNAP-IN-Elkos" je 100uF/400Volt ersetzt.
Die SNAPIN's habe ich auf einer Epoxyd-Platine installiert.
Vielleicht ein bisschen ein "Stilbruch" aber ich fand diese Lösung dennoch als tragbar.

Den Selen-GLR habe ich ebenfalls getestet. Der Spannungsabfall im Durchgang war etwa 15 Volt, bei 150 mA, also nicht optimal.
< 10 Volt wäre besser gewesen.

Netz-Elkos auf Platine
Bild der neuen SNAP-IN-Netz-Elkos auf einer kleinen Platine installiert.
Dann noch ein Becher-Elko mit 2 x 50uF C704+C705 im Netzteil (hier im Bild nicht zu sehen).

Weitere Elkos sind diese in den 2 kleineren Bechern, welche auf dem Chassis installiert sind.
Diese beinhalten C419, C442, C505, C508,
Siehe im Bild rechts hinter den SNAP-IN's und hinter dem 3. ZF-Filter.

Als nächstes ersetzte ich eine Hand voll Folienkondensatoren.

Dies waren im Hauptsächlichen Koppelkondensatoren an der PCL82 (Bild-Ablenkung) C434 47nF,
einer weiteren PCL82 (Ton-Vor-und Endstufe) C504 22nF und der Booster-Kondensator C424 33nF beim ZTR.

Schlussendlich regelte ich -mit abgezogenem Ablenkstecker- langsam die Netzspannung hoch und prüfte währenddessen die Ansteuerung der PL36, welche dann auch im Oszilloskop zu sehen war.

Auf meinem Fernsehkanal 11 war der Fernsehton zu hören.

Auch die Vertikal-Ablenkung schien zu laufen, jedoch mit zu niedriger Frequenz.

Ich lies das Gerät nun mit eingestecktem Ablenkstecker erneut "hochfahren".

Planauszug Graetz Markgraf F101

Es baute sich keine Hochspannung auf und die Gleichspannung nach dem Selen-GLR brach auf unter 190 Volt zusammen.

Dies bedeutete, dass das Gerät viel zu viel Strom aufnahm.

Als nächstes tauschte ich die PL36 und die PY83 aus.

Dies lies die Gleichspannung nach dem Selen-GLR noch tiefer zusammen brechen.

Es war davon aus zu gehen, dass dieser Zeilentrafo Tr 401 (Graetz-Nummer 65647) ein Problem hatte.

Einen Zeilentrafo dieser Art zu prüfen ist nicht so schwer, wenn man über ein lauffähiges Gerät mit einer "PL" und "PY" und etwas Erfahrung verfügt.

Man kann nämlich die beiden Domkappenanschlüsse des zu testenden ZTRs direkt und parallel an die "PL" und "PY" des lauffähigen Gerätes anschließen, das Gerät einschalten und prüfen, ob etwas Hochspannung kommt (Lichtbogen in der Domkappe der EY/DY86). Zu lange sollte man diesen Test jedoch nicht machen.

Mit dem Zeilentrafo aus dem Markgrafen war jedenfalls keine Hochspannung zu erzeugen.

Ich entschloss mich dazu einen anderen, vorhandenen Zeilentrafo (Graetz-Nummer 65859) auf Kompatibilität zu prüfen.

Beim 65859 ist der Zeilenimpuls an Klemme "m" mit 480Vss höher als beim 65647 mit 250Vss.

Ich tauschte den Zeilentrafo dennoch aus. Das geht recht flott, man muss sich nur die Zuleitungen genau Aufzeichnen.

Die Anodenkappe klemmte ich an, die Heizung der Bildröhre schloss ich jedoch kurz.

Nach dem "Hochfahren" war dann auch ein Knistern zu hören. Die Gleichspannung nach dem Selen-GLR lag nun bei 245 Volt.

Dann öffnete ich die Brücke über der Bildrohrheizung und es kam erst kein Bild, weil ich den Ionenfallenmagneten noch justieren musste.

Es war ein sehr helles Bild einstellbar. Die Bildablenkung war erwartungsgemäß fehlerhaft ...

Es mussten erst noch einige Kondensatoren ausgetauscht werden.

Mit jedem gewechselten Kondensator stabilisierte sich das Gerät mehr und mehr.

Einzig der Kontrast lies noch zu wünschen übrig.

Es stellte sich heraus, dass der Ersatz-Zeilentrafo nicht 100% passte, weil -wie oben schon angedeutet- der Impuls an Klemme "m" zu groß ist. Ich musste den Impuls mit einem Widerstand von 22 k-Ohm abschwächen. Dies führte zu einer "Normalisierung" der getasteten Regelung und damit zu dem erwarteten guten Kontrast. Die Hochspannung liegt nun bei 16.5KV und ist damit in Ordnung.


Mittlerweile sind nahezu alle ProblemKondensatoren ausgetauscht. Insgesamt sind es rund 40 Kondensatoren!

Etwas Probleme macht mir -nach wie vor- die optimale Einstellung der Bildablenkung, insbesondere die Bildlinearität. Die 3 Regler an der oberen Seite des Chassis beeinflussen sich gegenseitig sehr. Außerdem ist nach dem Einschalten des kalten Gerätes die Bildhöhe zu klein. Es dauert knapp 10 Minuten, bis das Bild die erforderliche Bildhöhe erreicht hat.


defekter Zeilentrafo 65647 Den defekten Zeilentrafo habe ich zerlegt und die Wicklung größtenteils abgewickelt.
Es muss eine sehr starke Überhitzung stattgefunden haben, welche dann zum Windungsschluss in der Primärwicklung führte.




Für dieses Gerät suche ich einen Knopf Feinabstimmung.


und auch den original Zeilentrafo 65647
Typ 65647 in folgenden Gerätemodellen:
F101, F107, F111


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